Gedicht des Monats -August 2015

Leg deinen Schatten über mich
wie eine kleine Nacht,
nach deinem Dunkel greife ich,
da mir zu heiß und sommerlich,
zu glatt der Himmel lacht.

Ich raste oft in fremder Schuld
und träum sie mir zu eigen,
im Schlaf schenkt sich mir die Geduld,
wird Schicksalsgarn zurückgespult,
und blaue Sterne steigen
aus unverstandnem Schweigen.

sonnenuntergangwolken0001

Foto: Martin Ecker

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Gedicht des Monats -März 2015

Vertonte Sehnsucht – immer wieder
entsteigt dem Herzen eins der Lieder,
die Wald und Sterne mit ihm singen
und den, der’s hört, zum Gehen bringen.

Du Wunderwelt, du Wanderweg, ich bin für euch bereit,
da ist kein Mensch mehr, der mich hält,
so, wie mir Fluss und Berg gefällt,
macht die Musik mich landschaftsweit.

 

Regenbogen001

Foto: Martin Ecker

Gedicht des Monats -Dezember 2014

Ein goldnes Tier,
der Mond aus Stroh,
die Sonne eine Seele,
ein Baum und Licht im Irgendwo,
nun Kinderherz, erzähle!

Ein Märchen wohnt im Haus,
nimm das Geschenk heraus,
die Nacht ist kurz, das Wunder hell,
so viel Geläute und Geschellt;
bleib leis und lock da Zauberreh
zur Krippe; ganz in deine Näh.

 12-2014

Foto: Welf Ortbauer

Gedicht des Monats -November 2014

Gedicht des Monats -November 2014

Bedeckte Tage, Stundentücher,
wie wird das Licht verhüllt,
Geschrei und Glanz um leere Bücher,
Alles mit Nichts gefüllt.

Reift eine Rose weit über die Zeit,
tief in ein Winterkleid geschneit
trägt Blüte sie im kalten Verließ,
ein unentdecktes goldenes Vließ,
um das wir wissen, denn auch wir tragen
ein uns eigenes Blühen in dunklen Tagen,
strahlende Farben auf Innenseiten,
die zerwärmend eisige Engen weiten.

Rose-Eis

Foto: Welf Ortbauer

Gedicht des Monats -September 2014

Verglühender Tag, schmelzende Spur von Gewesenem.
Was bleibt von Gelesenem?
Von den Büchern, Botschaften, Briefen,
deren Glyphen,
verfasst und verblasst
auf vergänglichen Stoffen ?
Wir,
die Tage, Sätze und Worte
vergehen sehen
und die Häuser und Hüllen verwehen…
Wir sind die Horte
des Lebens im Tod;
wir bauen am Ufer des Styx das Boot,
um unrettbar Scheinendes hinüberzuhoffen.

Abendhimmel0002

Foto: Martin Ecker